Erste Bohrung erreicht Tiefe von 685 m

Links: Bohrarbeiten im Industriegebiet Spremberg Ost
Rechts: Aufnahme eines Bohrkopfes

Spremberg, 22. Oktober 2009 | Wieder einmal bewahrheitete sich der alte Bergmannsspruch: "Vor der Hacke ist`s duster". Die für die jeweiligen Bohrabschnitte geplanten Bohrtiefen verringerten sich um ca. 90 Meter, da sich die Bohrung in einer geologischen Störungszone befindet und sich dadurch die geologische Schichtenfolge verringerte.

Nach einer Bohrzeit von 25 Tagen wurde in einer Teufe von 685 Metern die zweite Bohrverrohrung mit einem Durchmesser von 244,5 mm eingebaut. Dies entspricht in etwa der Hälfte der geplanten Bohrtiefe. Bevor die Bohrarbeiten mit der schweren Tiefbohranlage begonnen wurden, war bereits ein Standrohr mit einem Durchmesser von 508 mm auf eine Teufe von 75 Metern eingebracht worden. Bis zum Beginn der Kernbohrstrecke bei ca. 1.000 Metern wird nochmals eine weitere Verrohrung - und zwar zur Sicherung des durchbohrten Salzgebirges - mit einem Durchmesser von 168 mm eingebaut.

Die voraussichtlich ab dieser Teufe anstehende Erzlagerstätte im Zechsteinkalk wird im Kernbohrverfahren erschlossen. Bei dieser Bohrtechnik schneidet eine diamantbesetzte Kernbohrkrone eine zylindrische Säule, den Kern, aus dem Gebirge heraus. Dieser Kern wird dann an die Tagesoberfläche gebracht, aus dem Kernrohr entnommen und in Kernkisten eingelagert. Im Anschluss daran werden die Kerne geologisch aufgenommen, beschrieben sowie mineralogisch und analytisch bearbeitet. Zur Untermauerung der Bohrergebnisse werden geophysikalische Messungen in den jeweiligen Bohretappen ausgeführt.

Im Rahmen des gesamten Bohrprogramms sollen mit bis zu 1.300 Meter tiefen Bohrungen die Ergebnisse aus DDR-Zeiten verifiziert, eine mögliche Erweiterung der Lagerstätte untersucht und die Gewinnbarkeit der Metalle getestet werden. Ziel der KSL-Arbeiten ist die Erstellung einer Studie zur Prüfung der Machbarkeit als Grundlage für die Entscheidung über den Abbau des Kupfererzes. Dieser könnte nach Erhalt aller notwendigen Genehmigungen und dem Bau der entsprechenden Anlagen zwischen 2016 und 2020 erfolgen.

Jede Kupfer-Bohrung findet in verschiedenen Etappen statt. Zunächst wird ein Vorbohrloch erstellt und ein Standrohr eingesetzt. Anschließend folgen weitere Bohrungen bis zur Erzschicht, wobei sich der Bohrdurchmesser nach unten hin stetig verkleinert. Weitere Informationen finden sie HIER.

Die Bohrungen werden von den Bohrfirmen H. Angers` Söhne aus Hessisch Lichtenau sowie E+M aus dem bayrischen Hof ausgeführt. Die metallurgische Analyse der Bohrkerne findet in Großbritannien und Kanada unter Leitung und Beobachtung des international renommierten Unternehmens SGS LAKEFIELD statt.

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