Tag der offenen Tür zur ersten Bohrung

Spremberg, 25. September 2009 | 36 Meter misst der Bohrturm im Spremberger Industriegebiet Ost, der innerhalb weniger Tage von der ausführenden Bohrfirma hier aufgestellt worden war. Um den Bohrturm versammelt hatten sich mehr als 250 Menschen aus Spremberg und Umgebung, darunter Vertreter von Politik und Wirtschaft aus der Region. Sie waren der Einladung der KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH zum Tag der offenen Tür gefolgt, der am 25. September 2009 anlässlich der ersten Bohrung in der Kupferschiefer-Lagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife stattfand.

KSL-Bohranlage in der Tuchmacherallee im Spremberger Industriegebiet Ost.

Die Augen der Zuschauer sind fest auf den Bohrturm gerichtet. Plötzlich ein Hammerschlag, dann ein Tusch und das Bohrgerät setzt sich langsam in Bewegung. Der offizielle Startschuss für die erste Bohrung ist gefallen. Durch verschiedene Gesteinsschichten wird sich der Bohrkopf über einen Zeitraum von knapp drei Monaten in die Erde vorarbeiten, bis in eine Tiefe von etwa 1.250 Metern, wo aus dem Kupferschieferflöz Kernproben gewonnen werden.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von zwei herausragenden Persönlichkeiten der Stadt Spremberg. Judith Natho, Stadtpastorin von Spremberg, wandte sich mit gefühlvollen Worten an die Gemeinde und sprach ihren Segen für das Bohrprogramm von KSL aus. Dr. Klaus-Peter Schulze, Bürgermeister der Stadt Spremberg, ließ die vergangenen zwei Jahre der Vorbereitung Revue passieren und bezeichnete das Projekt mit Bezug auf zukünftige Arbeitsplätze als "einen Sechser im Lotto" für die Region. Ähnlich positiv äußerte sich Reinhard Bork, der Bürgermeister der sächsischen Gemeinde Schleife, wo ebenfalls Kupfer-Bohrungen stattfinden sollen. Vor Ort konnte sich der sächsische Vertreter bereits einen Eindruck von Art und Umfang der geplanten Tätigkeiten machen.

Volker Spieth, Geschäftsführer von KSL, stellte die Zukunftsfähigkeit des Projekts klar in den Vordergrund seiner Rede: "In der Bergmannssprache spricht man von Hoffnungsbau, wenn erwartet wird, in absehbarer Zeit nutzbare Mineralien aus einem Rohstofflager anzufahren. Unsere Arbeiten in den vergangenen zwei Jahren waren stets von dieser Erwartung getrieben und wir freuen uns, dass wir unseren Hoffnungsbau jetzt endlich von der Planung in die Umsetzung bringen können. Die existierende Kupferlagerstätte Spremberg-Graustein-Schleife wird in ihrem Ausmaß und ihrer Qualität durch KSL mit modernen bergbautechnischen Verfahren bestätigt. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten möchten wir dafür sorgen, dass aus unserer Hoffnung handfeste Perspektiven, Planungen und Investitionen werden, für die Region sowie auch für den Bergbau in Deutschland."

In seine Rede schloss er nicht nur die Menschen in der Lausitz ein, sondern insbesondere auch die ehemaligen Bergleute, die aus Mansfeld und Sangerhausen nach Spremberg gereist waren, um dem historischen Tag beizuwohnen. Nachdem 1990 die letzten Bergwerke im Mansfelder Land geschlossen worden waren, schien es, als sei damit das letzte Kapitel der Kupferproduktion in Deutschland zu Ende gegangen. Umso bedeutungsvoller, als Peter Hartung, ehemaliger Bergmann aus Mansfeld und heute Leiter des Kupfer-Schaubergwerks in Wettelrode, die Bühne betrat und eine Kollage historischer Bildaufnahmen aus dem Mansfelder Bergbau überreichte. Ein symbolischer Schulterschluss in der Geschichte des Erzbergbaues in Deutschland, bei dem Altes mit Neuem und Tradition mit Zukunft verbunden wurde.


Impressionen

Symbolischer Hammerschlag zur Inbetriebnahme der KSL-Bohranlage.
Judith Natho, Stadtpastorin, und Dr. Klaus-Peter Schulze, Bürgermeister der Stadt Spremberg, eröffnen die Veranstaltung und zeigen Perspektiven für die Region auf.
Peter Hartung, Leiter des Schaubergwerks Röhrigschacht in Wettelrode, überreicht historische Bergbau-Impressionen an Volker Spieth, Geschäftsführer KSL.
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