Geschichte des Kupferschieferabbaus

Hier erfahren Sie mehr über die Geschichte des Kupferschieferabbaus in Deutschland. Wählen Sie einfach eine der Phasen im Schaubild aus:

Anfänge der Kupferförderung

Der Kupferschieferabbau in Deutschland reicht zurück bis in das Jahr 1199. Der Legende nach fanden die Knappen Napian und Neuke auf dem "Kupferberg" bei Hettstedt im Harz eine Lagerstätte vor und begannen mit dem Bergbau.

80 Millionen Jahre zuvor hatten tertiäre tektonische Bewegungen zur Heraushebung des Harzes geführt, so dass Kupferschieferschichten an die Oberfläche gedrückt wurden. In der Folgezeit entstanden in Ortschaften wie Hettstedt, Mansfeld und Eisleben Hunderte kleinerer und größerer Halden, die heute das gesamte Landschaftsbild prägen.

Noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Abbaugebiete zwischen Harz und Thüringer Wald sowie Teile Niederhessens für 80 Prozent der gesamten deutschen Kupfererzeugung verantwortlich. Dementsprechend lässt sich die Geschichte des Kupferschieferbergbaus besonders gut in den Halden im Harz, am besten dokumentiert in Mansfeld, verfolgen.

Einsatz von Sprengstoff

Nach 1199 gingen die Fortschritte langsam voran und man ging vom Abbau im Tagebau zum Tiefbau über, wobei die ersten Schächte nur wenige Meter in die Erde reichten. Noch auf den Gebirgsdruck angewiesen, wurde zunächst bogenförmig abgebaut. Erst ab dem 17. Jahrhundert kam beim Kupferschieferabbau auch Sprengstoff zum Einsatz.

Bis in die 1920er Jahre blieben die Abbautechniken nahezu unverändert und nur unter größten körperlichen Anstrengungen war Kupfererz zu Tage zu fördern.

Modernisierung

Erst als 1923 Druckluft zum Einsatz kam, konnten auch Maschinen verstärkt genutzt werden und die extremen Bedingungen am Arbeitsort - die Höhe des Arbeitsorts hatte bislang nur 40 cm betragen, nun waren es 80 - verbesserten sich langsam.

Mitte des 20. Jahrhunderts führte die fortschreitende Technisierung zur grundlegenden Veränderung im Mansfelder Kupferschieferbergbau: Elektrische Gesteinsdrehbohrmaschinen, sprengintensives Arbeiten sowie eine Mechanisierung der Förderung im Streb waren nun möglich. Die Neuerungen in der Hüttentechnologie erlaubten es zudem, auch Erze mit geringem Kupfergehalt aufzubereiten. Seitdem ist man in der Lage, bis zu ein Meter Mächtigkeit abzubauen.

Ende des Kupferabbaus

Trotz fortschreitender Mechanisierung fand die fast 800-jährige Geschichte des Kupferschieferabbaus 1990 in Deutschland ein jähes Ende. Grund dafür: Die Lagerstätten lieferten immer weniger Erz und auch die Erträge bei der kostenintensiven Förderung von Kupferschiefer wurden immer kleiner. Die Folge: Die Förderung von Kupferschiefer zur Erzgewinnung in Deutschland wurde vollkommen eingestellt.

Der Röhrig-Schacht in Wettelrode (Sachsen-Anhalt) wurde als einer der letzten Kupferschächte in Deutschland im Jahr 1990 geschlossen. Seit 1991 kann er als einziges Schaubergwerk in Deutschland, in dem Kupferschiefer gewonnen wurde, besichtigt werden - damit ist er ein wichtiges Zeitzeugnis des Kupferbergbaus in Deutschland. In dem Schaubergwerk, das durch ein Stollensystem entwässert wird, finden sich noch heute Strecken, in denen der Kupferschiefer nicht vollständig abgebaut wurde.

Kupfer wird wiederentdeckt

In den vergangenen Jahren gewann der Abbau von Kupferschiefer wieder an Bedeutung. Im Zentrum der Aufmerksamkeit: das Kupfererzvorkommen Spremberg-Graustein-Schleife in der Lausitz.

Aktuell findet eine Neubewertung dieser Lagerstätte statt - auf Basis der bisherigen Ergebnisse sowie eines eigenen Erkundungsprogramms.

Kupferschieferlausitz

KSL