Erkundungs- und Planungsphase

Die Lagerstätte wurde bereits zu DDR-Zeiten zwischen 1954 und 1980 erkundet. Von 2008 bis 2010 fand eine Neubewertung statt. Mit drei Explorationsbohrungen und vier Ablenkerbohrungen von bis zu 1.500 Meter Tiefe verifizierte KSL die ursprünglichen Ergebnisse, untersuchte eine mögliche Erweiterung der Lagerstätte und testete die Gewinnbarkeit der Metalle.

Von Januar bis März 2011 führte die Firma DMT GmbH aus Essen im Auftrag der KSL seismische Untersuchungen des tiefen Untergrunds rund um die Gemeinden Spremberg, Graustein und Schleife durch. Die Ergebnisse der 3D-Seismik geben Aufschluss über die Struktur der untertägigen Kupferlagerstätte. Die bisherigen Erkenntnisse über die Lagerstätte wurden im Wesentlichen bestätigt.

Mit der Erkundung und weiteren Planung konnte die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH ein besseres Verständnis für die technischen Bedingungen der Kupferlagerstätte gewinnen.

Bohrungen

1. Vorbereitung des Bohrplatzes

  • Der erste Arbeitsschritt einer jeden Bohrung ist das Herstellen eines Vorbohrloches, in das das Standrohr eingebaut und durch eine Ringraumzementation gesichert wird. Das Standrohr ist das Startbohrloch für die Erkundungsbohrung.
  • Das für die Standrohrbohrung eingesetzte kleinere Bohrgerät wird nach Fertigstellung des Startbohrloches gegen eine leistungsstärkere Bohranlage ausgetauscht, mit der die geplante Bohrtiefe von 1.300 Meter erreicht werden kann.

2. Erkundungsbohrung

  • Einbringung eines Ankerrohrs, inklusive Zementation, bis in eine Teufe von ca. 550 m. Anschließend werden noch zwei weitere Verrohrungen bis zur Erzlagerstätte eingebaut, wobei der Bohrdurchmesser nach jedem Rohreinbau kleiner wird.
  • Das beim Bohrvorgang gelöste Bohrklein wird von der Bohrlochsohle durch die Bohrspülung abtransportiert.
  • Die Erzlagerstätte wird im Kernbohrverfahren erschlossen, wobei mit einer diamantbesetzten Kernbohrkrone eine zylindrische Säule, der Bohrkern, aus dem Erz gebohrt wird. Dieser wird an die Oberfläche befördert und im Labor auf seine Erzgehalte hin untersucht.
  • Im Bereich des Erzhorizontes, aber auch in den vorherigen Bohrabschnitten, die verrohrt wurden, werden geophysikalische Messungen durchgeführt, um unter anderem den Schichtenaufbau der Lagerstätte darzustellen.
Infografik mit Bohrtiefen

3. Wiederherstellung des Ausgangszustands

  • Minimaler Eingriff in die Natur - danach werden bereits die Bohrplätze ausgewählt.
  • Nach Beendigung der Bohrung wird das Bohrloch mit einer Zementschlämme vollständig verfüllt. Die Bohrspülung sowie auch das geförderte Bohrklein werden nach Abschluss der Erkundung auf speziell hierfür zugelassenen Deponien entsorgt.

Seismik

Ablauf einer seismischen Untersuchung

Infografik: Ablauf einer seimischen Untersuchung

1. Definition der Mess-Standorte

  • In der ersten Phase wurden die Messlinien für die Auslage der Geophone und die Standorte der Vibrationsfahrzeuge bestimmt und entsprechend markiert.
  • Geophone wurden zusammen mit Messkabeln und Messboxen entlang der Messlinien ausgelegt.

2. Seismische Messungen

  • Das Messprinzip entspricht im Grundsatz dem der Ultraschalluntersuchung am menschlichen Körper und ist für Erkundungen im Bergbau entsprechend angepasst. Am Anfang der Messkampagne erzeugten Vibrationsfahrzeuge an den vorgesehenen Standorten die notwendigen Signale.
  • Diese Signale wurden von verschiedenen Schichten im Untergrund aufgenommen und entsprechend ihrer Beschaffenheit an die Oberfläche reflektiert. Dort nahmen hochempfindliche Geophone die Signale auf und wandelten sie in elektrische Daten um, die anschließend gespeichert und ausgewertet wurden.

3. Wiederherstellung des Ausgangszustands

  • Nach Beendigung der Messkampagne im März 2011 wurden sämtliche Messgeräte und Fahrzeuge wieder entfernt.
  • Der Abschlussbericht wurde Ende 2011 fertiggestellt und an KSL übergeben.

Wer führt die Untersuchungen durch?

Die KSL Kupferschiefer Lausitz GmbH beauftragte für die Untersuchungen die Firma DMT GmbH und Co. KG aus Essen. Die DMT arbeitet weltweit und fertigt geologische Studien an (u.a. 3D-Seismik).

Auswirkungen auf die Umwelt?

Die von den Vibrationsfahrzeugen ausgehenden seismischen Wellen erzeugen kleinste Schwingungen, die von Mensch und Tier kaum wahrgenommen werden. Diese Methode der Untersuchung weist keine schädlichen Nebenwirkungen für den Menschen und die Umwelt auf.



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