Bodenbewegungen

Wie genau vollziehen sich Bodenbewegungen?

Im tiefen Untergrund wird durchschnittlich eine Schicht von 2,40 m Dicke abgebaut. Das Gewicht der überlagernden Schichten kann die so entstandenen Hohlräume deformieren. Als Konsequenz können sich die überlagernden Schichten durchbiegen, wodurch über Tage eine Senkung auftritt.

Wie groß werden die Bodenbewegungen an einzelnen Standorten maximal sein? Können „Einbrüche“
von vielen Metern passieren?

Eine standortgenaue Voraussage ist beim derzeitigen Planungsstand nicht möglich. Der Abbau findet in großen
Tiefen von 1000 m statt. Dadurch kann es zu weit gespannten Senkungsmulden kommen, die im Zentrum ein Senkungsmaximum von ein bis zwei Metern haben können und zu den Rändern hin auslaufen. Senkungstrichter, sogenannte Pingen, sind ausgeschlossen. Senkungstrichter/Pingen entstehen nur, wo unmittelbar unter der Tagesoberfläche Hohlräume geschaffen werden und diese unplanmäßig einstürzen.

Empfindliche Oberflächen werden in den Planungen gesondert berücksichtigt. Dabei gibt es eine Vielzahl betrieblicher Möglichkeiten, auf Bodenbewegungen Einfluss zu nehmen. Dazu gehören u.a. die Berücksichtigung der Abbaugeometrie, Gebirgsfestendimensionierung und das Versatzverfahren.

Wird es auf jeden Fall zu Absenkungen kommen?

Ja, wegen der großen Gebirgsdrücke, die sich aufgrund der Abbautiefe in 1.000 Metern unter Tage ergeben, wird es vorraussichtlich zu Absenkungen kommen. Betriebliche Maßnahmen können das vermindern, jedoch nicht verhindern.

 

Werden in Spremberg einzelne Häuser absinken oder können Straßen einbrechen,
wie das in letzter Zeit in anderen Landstrichen beobachtet wurde?

Nein, die Nutzung der Ortschaften und der Straßen werden in keiner Weise beeinträchtigt.
Absenkungen vollziehen sich großflächig, Abbruchkanten werden nicht entstehen.

 

Wird im gesamten Abbaugebiet mit der „Versatz-Methode“ gearbeitet? Wenn „Nein“, warum nicht
und warum werden in diesem Fall die Auswirkungen auf die Umwelt nicht ausgeschlossen?

Es gibt verschiedene Versatz-Methoden. In Teilen des Abbaugebietes wird mit Trockenversatz gearbeitet,
um Bodenbewegungen kontrollieren zu können. Dabei wird taubes Material unter Tage in die Hohlräume umgesetzt. Versatz mit Materialzufuhr von über Tage wird als Verfahren für andere Teile des Abbaugebietes
geprüft, bezüglich der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit. Das Versatzverfahren mindert Bodenbewegungen, aber sie können damit nicht komplett verhindert werden. Bedingt durch die hohen
Konvergenzen in der großen Tiefe ist ein vollständiger Versatz mit Materialzufuhr von über Tage nicht möglich.

 

Wie wird gewährleistet, dass während des Abbaus nicht doch ein unerwartetes Unglück geschieht,
oder dass die Senkungen bestimmte Größenordnungen nicht überschreiten?

Es gibt aussagekräftige und verlässliche Vorausberechnungsverfahren, die zum Einsatz kommen und vorab Auskunft über Bodenbewegungen geben. Dabei wird nichts „dem Zufall überlassen“.

Die untertägigen Abbauarbeiten werden regelmäßig vermessen und überwacht. An der Tagesoberfläche kommt eine Vielzahl an Beobachtungsmethoden zum Einsatz. So wird gewährleistet, dass keine unvorhergesehenen Veränderungen geschehen. Zudem wird in der Lagerstätte nur ein einziges Flöz abgebaut, im Gegensatz zu vielen Bergwerken in anderen Bergbau-Revieren. Dadurch können unerwartet große Absenkungen ausgeschlossen werden.

 

Angenommen, es kommt außerhalb der Ortschaften, also auf landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich relevantem Gebiet, zu Bodensenkungen. Welche Effekte hat dies auf Land- und Forstwirtschaft?

In grundwassernahen Bereichen kann es durch Senkungen zu Vernässungen kommen. Dies kann bewusst zugelassen werden und zu einer Steigerung der ökologischen Vielfalt führen oder besonders bei landwirtschaftlich genutzten Flächen sowie Verkehrswegen durch eine Vielzahl an Maßnahmen verhindert werden.

Kupferschieferlausitz

KSL